
Unternehmensnachfolge in der Familie
Nach der Auswertung des Instituts für Mittelstandsforschung werden 54 Prozent aller Familienunternehmen innerhalb der Familie übergeben, 17 Prozent an Mitarbeiter und 29 Prozent an Externe. Für die Übertragung an das eigene Kind gibt es drei Wege: Schenkung, Verkauf und die Übergabe gegen Versorgungsleistungen. Welcher passt, entscheidet sich weniger am Steuerrecht als an zwei Fragen: ob das Kind wirklich will, und wovon Sie danach leben.
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Wie häufig der Weg tatsächlich gewählt wird
Die familieninterne Nachfolge gilt als Normalfall, und das war sie lange. Sie ist es noch, aber mit sinkender Tendenz.
Die drei Wege innerhalb der Familie
| Weg | Wie es läuft | Wann er passt |
|---|---|---|
| Schenkungvorweggenommene Erbfolge | Der Betrieb geht ohne Gegenleistung über. Erbschaft- und Schenkungsteuer werden zum Hauptthema, dafür gibt es erhebliche Verschonungen für Betriebsvermögen | Wenn Sie anderweitig versorgt sind und Geschwister ausgeglichen werden können |
| Verkauf an das Kind | Ein Kaufpreis wird vereinbart und gezahlt, häufig über ein Verkäuferdarlehen oder in Raten | Wenn Sie den Erlös zur Versorgung brauchen und mehrere Kinder da sind |
| Übergabe gegen Versorgungsleistungen | Das Kind zahlt eine wiederkehrende Leistung, keinen Kaufpreis. Unter engen Voraussetzungen sind diese Zahlungen beim Kind als Sonderausgaben abziehbar | Wenn laufende Versorgung wichtiger ist als ein Betrag auf einmal |
In der Praxis sind Mischformen die Regel: ein Teil geschenkt, ein Teil verkauft, dazu ein Wohnrecht oder ein Nießbrauch an einer Immobilie, also das Recht, sie weiter zu nutzen und ihre Erträge zu behalten, ohne Eigentümer zu sein. Genau diese Mischung macht die Gestaltung kompliziert und ist der Grund, warum sie in die Hände eines Fachberaters gehört.
Wir sind Vermittler für den externen Weg. Eine familieninterne Übertragung begleiten wir nicht. Was auf dieser Strecke steht, soll Sie in die Lage versetzen, mit Ihrem Steuerberater und Ihrem Notar ein gutes Gespräch zu führen. Die Gestaltung selbst gehört ihnen.
Die vier Fragen, die vorher beantwortet sein müssen
- Will das Kind wirklich? Nicht: hat es zugestimmt. Sondern: will es. Der Unterschied zeigt sich erfahrungsgemäß erst nach der Übergabe, und dann ist er teuer.
- Kann es den Betrieb führen? Fachlich und als Führungskraft. In vielen Gewerken kommt eine formale Voraussetzung dazu, etwa der Meistertitel.
- Wovon leben Sie danach? Wer schenkt, gibt die Ertragsquelle ab. Wer verkauft, braucht ein Kind, das zahlen kann.
- Was bekommen die anderen Kinder? Die Frage, an der familieninterne Nachfolgen am häufigsten scheitern, und zwar Jahre später.
Was zu tun ist, wenn die erste Frage mit Nein beantwortet wird: Wenn die Kinder nicht übernehmen wollen
Der Punkt, den Außenstehende unterschätzen
Eine familieninterne Übergabe ist kein günstigerer Verkauf. Sie ist ein anderer Vorgang mit anderen Risiken. Beim externen Verkauf endet die Beziehung zum Käufer nach der Übergabephase. In der Familie endet sie nie.
Das wirkt in beide Richtungen. Ein Vater, der nach der Übergabe weiter jeden Morgen im Betrieb steht, ist ein häufigeres Problem als ein zu niedriger Kaufpreis. Und ein Kind, das den Betrieb aus Pflichtgefühl übernommen hat, führt ihn selten gut.
Was die Übergabe wert ist, sollten Sie trotzdem wissen
Auch wenn kein Kaufpreis fließt, brauchen Sie die Zahl. Sie ist die Grundlage für die Schenkungsteuer, für den Ausgleich unter den Geschwistern und für die Frage, ob eine Versorgung daraus überhaupt darstellbar ist. Ein Betrieb, dessen Wert niemand kennt, lässt sich innerhalb einer Familie nicht gerecht verteilen.
Häufige Fragen
Ab wann sollte man in der Familie darüber sprechen?
Früher als die meisten tun, und getrennt von der Frage nach dem Erbe. Ein Gespräch über die Nachfolge, das im selben Atemzug das Testament behandelt, wird zu einem Gespräch über das Testament. Üblich und sinnvoll ist ein Vorlauf von fünf bis zehn Jahren, allein weil die steuerlichen Freibeträge alle zehn Jahre neu zur Verfügung stehen.
Muss ich mich zwischen Familie und Verkauf entscheiden?
Nicht sofort, aber irgendwann. Was nicht funktioniert, ist beides parallel zu betreiben, ohne dass die Familie davon weiß. Ein Kind, das über den Markt erfährt, dass der Betrieb zum Verkauf steht, ist als Nachfolger verloren. Umgekehrt kostet es Jahre, auf eine Zusage zu warten, die nie kommt.
Was, wenn mehrere Kinder übernehmen wollen?
Dann brauchen Sie vor der Übertragung eine Regelung darüber, wer führt. Eine Beteiligung zu gleichen Teilen ohne klare Geschäftsführung ist der Ausgangspunkt der meisten Gesellschafterstreitigkeiten, die wir in Bewertungsanlässen sehen. Üblich sind eine operative Führung durch eines der Kinder und ein Ausgleich für die anderen, gesellschaftsvertraglich abgesichert.