Unternehmensnachfolge in Schleswig-Holstein
In Schleswig-Holstein stehen zwischen 2026 und 2030 rund 7.200 Unternehmen zur Übergabe an. Das sind 55 von je 1.000 Unternehmen im Land und damit über dem Bundeswert von 52.
Quelle: IfM Bonn, Daten und Fakten Nr. 37, November 2025. Schätzung für den Zeitraum 2026 bis 2030.
Wie Schleswig-Holstein im Vergleich steht
Für Schleswig-Holstein nennt der Bericht keine gesonderte Begründung, und wir tragen auch keine nach. Allgemein erklären sich die Unterschiede zwischen den Ländern aus der Struktur des Unternehmensbestands: Wo viele Betriebe in mittleren Umsatzgrößenklassen sitzen, die häufiger übergeben werden, liegt die Quote höher; wo viele sehr kleine Dienstleister ansässig sind, bei denen sich eine Übernahme selten lohnt, liegt sie niedriger.
Nach der absoluten Zahl liegt Schleswig-Holstein auf Platz 9, nach der Quote auf Platz 2. Die beiden Ranglisten sagen etwas Verschiedenes, und man sollte sie nicht verwechseln: Die erste folgt im Wesentlichen der Größe des Landes, denn wo mehr Unternehmen sitzen, stehen auch mehr Übergaben an. Die zweite zeigt, wie stark der eigene Bestand betroffen ist, und das ist die Zahl, die für einen Betrieb vor Ort etwas aussagt.
Alle Bundesländer im Vergleich
| Platz | Bundesland | Übergaben | je 1.000 |
|---|---|---|---|
| 1 | Niedersachsen | 19.000 | 61 |
| 2 | Schleswig-Holstein | 7.200 | 55 |
| 3 | Bremen | 1.400 | 55 |
| 4 | Baden-Württemberg | 26.200 | 54 |
| 5 | Mecklenburg-Vorpommern | 3.200 | 54 |
| 6 | Nordrhein-Westfalen | 38.300 | 53 |
| 7 | Sachsen-Anhalt | 3.600 | 53 |
| 8 | Saarland | 2.000 | 53 |
| 9 | Rheinland-Pfalz | 8.800 | 52 |
| 10 | Bayern | 34.500 | 51 |
| 11 | Hessen | 13.600 | 51 |
| 12 | Hamburg | 5.100 | 49 |
| 13 | Brandenburg | 4.800 | 48 |
| 14 | Thüringen | 3.700 | 48 |
| 15 | Sachsen | 7.400 | 47 |
| 16 | Berlin | 7.700 | 40 |
| Deutschland | 186.000 | 52 |
Quelle: IfM Bonn, Daten und Fakten Nr. 37, November 2025. Schätzung für den Zeitraum 2026 bis 2030.
Was das für einen Betrieb in Schleswig-Holstein bedeutet
Aus einer Landesstatistik lässt sich für den einzelnen Betrieb wenig ableiten, und wir tun nicht so, als ginge es. Zwei Dinge sind trotzdem übertragbar, weil sie bundesweit gelten. Erstens liegt die Größenklasse mit den mit Abstand meisten Übergaben zwischen 500.000 Euro und einer Million Jahresumsatz, und wer dort liegt, ist damit kein Sonderfall, sondern der Normalfall. Zweitens gehen knapp drei von zehn Übergaben an Käufer, die weder zur Familie noch zum Betrieb gehören, was den externen Weg zur zweithäufigsten Lösung macht.
- Der Käufer muss nicht aus Schleswig-Holstein kommen, und häufig kommt er es auch nicht: Gruppen im Aufbau suchen gezielt Standorte in Regionen, in denen sie noch nicht vertreten sind.
- Die Bewertungsgrundlage hängt an der Branche und nicht am Bundesland, denn gerechnet wird über das, was der Betrieb erwirtschaftet.
- Regional wirkt vor allem die Kundenbindung, weil ein Käufer wissen will, ob die Kunden auch nach der Übergabe bleiben.
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Wo Sie in Schleswig-Holstein weitersuchen
Die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern der Länder betreiben eigene Nachfolgebörsen, dazu kommt die bundesweite Börse von Bund und Ländern. Sie sind kostenfrei, öffentlich einsehbar und verlangen, dass Sie selbst inserieren und die Anfragen selbst beantworten. Ob das der passende Weg ist, hängt davon ab, wer Ihren Betrieb übernehmen soll und wie wichtig Ihnen Vertraulichkeit ist.
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